Demokratie, Transparenz, Grundeinkommen, Grundrechte, Privatspäre, Datenschutz, Cannabis Legalisierung

Normung macht Bauen und Mieten teuer: Wir #PIRATEN fordern das „Institut für Normung“ zur Transparenz auf! 

Ein Kommentar zu zu hohen Baukosten von Stadträtin Sabin Schumacher, Kandidatin der Piratenpartei zur Europawahl, Kreistag und Gemeinderat in Lörrach:

Bauen in Deutschland ist viel zu teuer. Egal ob es um Kitas geht, um Schulsanierungen oder um die Schaffung von Wohnraum. Alle Kommunen ächzen wegen der enormen Baukosten. 

Besonders bitter ist das für die Gesellschaft in Bezug auf Wohnraum.

Es braucht dringend einen Perspektivwechsel für bezahlbaren Wohnraum

Deutschlandweit fehlen inzwischen rund 1 Million Wohnungen. Vor allem fehlt bezahlbarer Wohnraum. Beim sozialen Wohnungsbau sieht es richtig schlimm aus. Von einst 3 Millionen Sozialwohnungen (bis zu 8€/m²) sind mittlerweile mehr als 2 Millionen Wohnungen weggefallen und trotz jahrelanger EZB-Nullzinspolitik, entstand in erster Linie Wohnraum für Wohlhabende. Also Wohnraum für die ein Mensch richtig tief ins Portemonnaie greifen muss. Insgesamt haben sich die Kosten für Wohnraum durch falsche bundespolitische Vorgaben so entwickelt, dass die Miete schnell mal mehr als ein Drittel vom Einkommen verschlingt. Bei Geringverdienenden ist es oft rund die Hälfte. Wer auf der Suche nach Wohnraum ist und sich teure Mieten nicht leisten kann, sucht oft Jahre lang.

Kommunen wie Lörrach versuchen mit Ideen wie der „Wohnraumoffensive“ (2500 Wohnungen in 10 Jahren) gegenzusteuern. Doch ist das viel zu wenig. Es bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein. Bezahlbaren Wohnraum zu finden, kommt nach wie vor einem 6er im Lotto gleich. Gerade in Lörrach! 

Es ist klar, wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, doch zugleich stöhnen alle wegen der Baupreise. Zudem sind zwischenzeitlich die Zinsen ordentlich gestiegen wie auch die Mieten im Bestand, gepusht durch die teuren Mieten von neuen Wohnraum. Viele Faktoren wirken sich verschlimmernd auf die Lage aus. Teures Bauland. Unkluge politische Vorgaben. Spekulation. Hohe Zinsen. Bürokratie. Material. Längst kam von der städtischen Wohnbau das Signal, dass es unter den jetzigen Bedingungen nicht möglich ist bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das wir im Neubau bei 18€/m² angekommen sind. Und auch die Baugenossenschaft setzt erstmal nur noch auf Verdichtung im Bestand.

Was also tun, um aus diesem Dilemma zu kommen?

Ein Faktor, der in den Diskussionen zur Lösungsfindung auf kommunaler Ebene bisher nicht auftaucht, ist die „Normung“ vom Material und welches Einsparpotential dort im Grunde schlummert. 

Wenn wir die Baukosten und somit die Mieten endlich wieder runter bringen wollen, müssen wir beim Bauen zurück zu Maß und Mitte. Selbst aktuell ist es möglich, verteuernde Vorgaben zu ignorieren, stattdessen umzusetzen was nötig ist und zugleich trotzdem qualitativ hochwertig und sicher zu bauen.

Die Normung macht Materialien, das Bauen und am Ende die Mieten teuer. Davon profitieren einzelne Hersteller. Aber wie kommt das Institut für Normung überhaupt auf seine Vorgaben und warum sind sie wichtig, wenn wir zukünftig nicht allein Wohnraum für Reiche bauen wollen?

Wir fordern das Institut für Normung zur Transparenz auf! 

Das Institut für Normung und deren Intransparenz gegenüber der Öffentlichkeit sind für die Preisentwicklung des Materials maßgeblich mitverantwortlich. Was dort passiert, ist aber undurchsichtig und findet weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Das bedeutet, es braucht endlich Transparenz beim Institut für Normung, welches als gemeinnütziger Verein Steuergelder in Millionenhöhe erhält.

Zudem fordern wir PIRATEN kommunale Gremien auf, bei der Vergabe von Bauaufträgen darauf zu schauen, dass Bauunternehmen sich verpflichten bei der Planung konsequent auf das Material schauen. Eine Verpflichtung besteht allein für alles, was die Sicherheit erfordert. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen mit Mieten unter 7€/m² ist möglich. Man muss es nur wollen. Es geht. Schaut euch einfach mal diesen Bericht vom SWR „Viele Normen – teure Wohnungen“ an:

https://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/pressemeldungen/viele-normen-teure-wohnungen-108.html


Weitere Informationen

Archiv

Kategorien