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Der ÖPNV ist Daseinsvorsorge — kein Ort für Ausflüchte und Schuldzuweisungen

Als Partei, die auch im Stadtparlament vertreten ist, gibt es immer viele Berichte aus der Bürgschaft. Oft bekommen wir so auch politische Hilfeersuchen von Menschen, die mit dem Bus fahren.

Viele erzählen uns, dass sie ihren Alltag auschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestreiten, weil sie keine andere Möglichkeit haben und wie wichtig es für sie ist, dass der Busverkehr zuverlässig läuft und dass sie sich bei Problemen in ihren Anliegen vom Beschwerdemanagement der SWEG in Weil a. Rh. nicht ernstgenommen fühlen.

Wir finden es begrüßenswert, dass Fahrgäste ihre Themen zum Busverkehr mit der Politik teilen. Das gefällt natürlich nicht jedem. Doch nur so erreichen wir echte Verbesserungen für viele in der Stadt.

Gut ist hierbei auch, dass sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass es mit stadtbus@loerrach.de auch bei den Stadtwerken eine Email-Adresse für die Fahrgäste gibt.

Stadt und Rat bekommen seither sehr viel mehr vom Busverkehr und wie der für Fahrgäste und Fahrende läuft, mit und schauen jetzt natürlich sehr viel genauer hin. Dies ist eine spürbare Veränderung zur Vergangenheit und gefällt vielleicht nicht nicht jedem. Ein Hinweis darauf ist z. B. eine Email-Antwort der SWEG an einen Fahrgast in der die SWEG über Vandalismus, in ihren Fahrzeugen spricht und unterstellt, „der, nicht zuletzt geschürt wird von unqualifizierten Äußerungen gegen die SWEG von politischen Amtsträgern“.

Die berechtigte Kritik und Forderung der Politik an die Betriebsleitung, wichtige Maßnahmen zur Verbesserung des Busbetriebs in Gang zu bringen – für Fahrpersonal und Fahrgäste -, stellt das Unternehmen also als unqualifizierte Aussagen politischer Amtsträger hin und unterstellt gleichzeitig, das sei der Grund für Vandalismus in ihren Fahrzeugen.

Wir können die Empörung des Fahrgasts über diese Art der SWEG mit Fahrgästen zu kommunuzieren, bei der man sich damit begnügt mit dem Finger auf andere zu zeigen, statt den Blick auf Verbesserungen zu richten, bestens verstehen. So mit Menschen zu kommunizieren, ist ein absolutes NoGo. Grundsätzlich und erstrecht als Unternehmen der öffentlichen Hand, was eigentlich doch Vorbildrolle hat.

Die Piratenpartei Lörrach weist die jüngste Reaktion der SWEG auf berechtigte Kritik am Busverkehr mit aller Deutlichkeit zurück. Wenn ein Fahrgast auf einen konkreten Mangel hinweist und das Unternehmen statt einer sachlichen Antwort mit pauschalen Unterstellungen gegen politische Amtsträger reagiert, ist eine Grenze überschritten.

Wer Fahrgäste, Stadt und Gemeinderat seit Jahren mit einem immer schlechteren Busservice konfrontiert, sollte Kritik ernst nehmen statt sie zu diffamieren. Dass ausgerechnet eine fehlende Rückenlehne zum Anlass genommen wird, um den Eindruck zu erwecken, politische Kritik sei mitverantwortlich für Vandalismus, ist unprofessionell und respektlos gegenüber allen, die auf einen funktionierenden ÖPNV angewiesen sind. Hinzu kommt, dass es für deren Fehlen auch andere Gründe geben kann. Ausbau aufgrund von Verschleiss wäre z. B einer.

Die Probleme im Lörracher Busverkehr sind seit Langem bekannt: unzureichende Taktung, schlechte Anschlüsse, Verspätungen, Ausfälle, mangelhafte Kommunikation und ein Angebot, das an den realen Bedürfnissen vieler Fahrgäste vorbeigeht. Diese Missstände werden nicht dadurch kleiner, dass man Kritikgebenden mangelnde Qualifikation oder Mitverantwortung unterstellt. Im Gegenteil: Wer so reagiert, beschädigt zusätzlich das ohnehin angeschlagene Vertrauen.

Die Piratenpartei Lörrach fordert von der SWEG einen sofortigen Kurswechsel. Nötig sind Respekt gegenüber Fahrgästen, Offenheit gegenüber Kritik und endlich messbare Verbesserungen im Betrieb, die für uns eindeutig mit besseren Rahmenbedingungen für die Belegschaft verbunden sind. Wer öffentliche Aufträge erhält und von Fahrgästen sowie Kommune finanziert wird, muss sich an Leistung, Zuverlässigkeit und fairer Kommunikation messen lassen. Was für die Deutsche Bahn gilt, gilt unseren Erachtens genauso für jedes andere Verkehrsunternehmen.

Es darf nicht sein, dass berechtigte Hinweise aus der Bürgerschaft und der Politik mit haltlosen Vorwürfen beantwortet werden. Der ÖPNV ist Daseinsvorsorge — kein Ort für Ausflüchte, Schuldzuweisungen und Arroganz.

Die Piratenpartei Lörrach wird sich weiterhin entschieden für einen verlässlichen, transparenten und fahrgastorientierten Busverkehr einsetzen. Wer den ÖPNV stärken will, muss die Menschen ernst nehmen, die ihn täglich nutzen.


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